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Superbowl - The 2000s
XLIII 2008
Pittsburgh Steelers 27, Arizona Cardinals 23
1. Februar 2009, Raymond James Stadium, Tampa, Florida
Siegreicher Coach: Mike Tomlin, Pittsburgh Steelers
Wertvollster Spieler: Santonio Holmes, Wide Receiver, Pittsburgh Steelers
Selten standen sich zwei Teams in einer Super Bowl gegenüber, die über eine so enge gemeinsame Vergangenheit verfügen und doch so unterschiedliche Wege gegangen sind wie die Arizona Cardinals und die Pittsburgh Steelers. Als während des 2. Weltkriegs Mangel an Spielern herrschte, stellen die Cardinals und die Steelers 1944 ein gemeinsames Team: die «Carpets». Das Team gewann keine einzige Partie und nach einem Jahr ging man wieder getrennte Wege. Die Steelers mauserten sich später mit fünf Super Bowl-Siegen zu einem Top-Team der Liga, die Cardinals blieben eine der erfolglosesten Mannschaften der Liga überhaupt.

Wie wichtig Endspiel-Erfahrung ist, zeigten die Steelers zu Beginn der Partie: Sie legten nämlich los wie die Feuerwehr. Ben Roethlisberger führte seine Offense übers Feld und machte wie in Super Bowl XL aus einem Yard einen Touchdown. Wie vor drei Jahren wurde der Touchdown nochmals überprüft und, anders als vor drei Jahren, aberkannt: Die Steelers mussten sich mit einem Field Goal zufrieden geben. Der Touchdown kam dann aber beim nächsten Drive: Gary Russell kämpfte sich aus einem Yard in die Cardinals-Endzone.

Im zweiten Viertel dann zeigten die Cardinals, warum sie in dieser Saison so weit gekommen waren: Kurt Warner fand seine Receiver und schliesslich Tight End Ben Patrick in der Endzone. Der Touchdown gab der Cardinals-Defense Auftrieb und kurz vor der Pause fing Karlos Dansby tief in der Steelers-Platzhälfte einen Pass von Ben Roethlisberger ab. Kurt Warner führte sein Team bis an die 1 Yard-Linie der Steelers, die Pausenführung war greifbar nahe. Doch dann schlug der Defensive Player des Jahres zu: James Harrison fing auf der Goalline stehend einen Pass von Warner ab, trug ihn übers ganze Spielfeld und fiel bei auslaufender Uhr nach 100 Yards völlig erschöpft in die Endzone. Ein Tiefschlag für die Cardinals.

Nach der Pause wogte das Spiel hin und her, ohne dass viel Zählbares heraussprang: Einzig Steelers-Kicker Jeff Reed konnte den Vorsprung seines Teams auf 13 Punkte erhöhen. Doch es folgte ein letztes Viertel, das an Dramatik kaum mehr zu überbieten war: Plötzlich fand Kurt Warner Star-Receiver Larry Fitzgerald, den die Steelers-Verteidiger zuvor fast komplett abgemeldet hatten. Beide schlossen einen schnell gespielten Drive mit einem 1 Yard-Touchdown ab. Die Steelers dagegen gerieten aus dem Tritt und fanden sich nach einem Cardinals-Punt an der eigenen 1 Yard-Linie festgenagelt. Und es kam wie es kommen musste: Center Jeff Hartwig wurde für ein Holding in der Endzone bestraft, was den Cardinals einen Safety eintrug. Die Steelers kickten den Ball zu den Cardinals und zwei Spielzüge später fand Warner erneut Fitzgerald für einen 64 Yards-Touchdown-Pass. Zweieinhalb Minuten vor Schluss führten die Cardinals erstmals in diesem Spiel.

Erstmals in Rückstand liegend schlug aber die Stunde von Ben Roethlisberger und Santonio Holmes: In nur zwei Minuten führten Quarterback und Wide Receiver ihr Team übers Spielfeld. Roethlisberger brachte bei diesem letzten Drive fünf von sieben Pässen an seine Receiver, alleine Holmes fing dabei vier Pässe für 73 Yards, darunter 35 Sekunden vor Schluss den siegbringenden Touchdown-Pass: Roethlisberger fand Holmes ganz in der hinteren Ecke der Endzone, dieser angelte den Ball aus der Luft und brachte ganz knapp die Zehenspitzen innerhalb der Endzone zu Boden. Zwar erhielten die Cardinals nochmals den Ball zurück, doch ein Fumble von Kurt Warner machte fünf Sekunden vor Schluss den letzten Hoffnungen der Cardinals ein Ende.

Die Steelers errangen mit diesem Sieg als erstes Team sechs Super Bowl-Siege und Steelers-Head Coach Mike Tomlin wurde mit 36 Jahren der jüngste Head Coach, der eine Super Bowl gewinnen konnte. Kurt Warner seinerseits verpasste die Gelegenheit, als erster Quarterback zwei verschiedene Teams zum NFL-Titel zu führen, stellte aber mit 377 Passing-Yards, die zweitbeste Leistung eines Quarterbacks in einer Super Bowl auf – hinter Kurt Warner (XXXIV, 414 Yards) und vor Kurt Warner (XXXVI, 365 Yards).

Pittsburgh Steelers
27
3
14
3
7
Arizona Cardinals
23
0
7
0
16

PIT – FG – Reed 18 Yards
PIT – TD – Russell 1 Yard-Lauf (Extrapunkt Reed)
ARI – TD – Patrick 1 Yard-Pass von Warner (Extrapunkt Rackers)
PIT – TD – J. Harrison 100 Yards-Interception Return (Extrapunkt Reed)
PIT – FG – Reed 21 Yards
ARI – TD – Fitzgerald 1 Yard-Pass von Warner (Extrapunkt Rackers)
ARI – Safety – Strafe gegen Hartwig in der Enzdone
ARI – TD – Fitzgerald 64 Yards-Pass von Warner (Extrapunkt Rackers)
PIT – TD – Holmes 6 Yards-Pass von Roethlisberger (Extrapunkt Reed)
Mike Tomlin
Mike Tomlin
Santonio Holmes
Santonio Holmes
Super Bowl-Ring
Super Bowl-Ring
von Stefan Feldmann - 
Sonntag, 24. Januar 2010