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Las Vegas
History
Als die AFL 1959 gegründet wurde, dachte niemand an eine Franchise in Oakland. Als im Januar 1960 aber das geplante Team in Minneapolis in die NFL wechselte, wurde das achte Team nach Oakland vergeben. Da aber in Oakland ein Stadion fehlte, spielten die Raiders bis 1965 in San Francisco. Zwischen 1982 und 1994 waren sie in Los Angeles beheimatet. Und seit 2020 nennen sie nun Las Vegas ihre Heimat.

Der Start des AFL-Ersatzteams war alles andere als vielversprechend: In den ersten drei Jahren resultierten nur gerade 9 Siege, dafür aber 33 Niederlagen. Und die durchschnittliche Zuschauerzahl von 11'000 Personen bei Heimspielen lag weit unter den Erwartungen. 1963 verpflichteten die Raiders aber Al Davis, damals Assistent Coach bei den San Diego Chargers, als neuen Chef ihres Trainerstabes. Und der Aufstieg war schnell und dramatisch: Bereits im ersten Jahr unter Davis erreichten die Raiders mit 10 Siegen und 4 Niederlagen mehr Siege als in ihrer ganzen Geschichte zuvor und Davis wurde als bester AFL-Coach des Jahres ausgezeichnet. Seither sind die Oakland Raiders fest und unauflöslich mit der Person von Al Davis verbunden. Zwar wurde Davis 1966 zum AFL Commissioner bestellt, kehrte aber nach der Fusion von NFL und AFL als Mitbesitzer und General Manager zu den Oakland Raiders zurück.

Ab 1965 resultierten in 20 Spielzeiten 19 Saisons mit mehr Siegen als Niederlagen. Zwischen 1965 und 1968 gewannen die Raiders 12 Divisionsmeisterschaften, vier AFL- oder AFC-Titel und feierten drei Super Bowl-Triumphe. Die Oakland Raiders sind das einzige Team, welches sowohl in den 1960er, den 1970er und den 1980er Jahren je in einem Super Bowl standen. Und mit 285 Siegen und nur 146 Niederlagen bei 11 Unentschieden erreichten die Raiders in den 30 Jahren zwischen 1963 und 1992 die beste Bilanz eines Teams in irgendeiner der grossen US-Sportarten.

Al Davis gelang es immer wieder hervorragende Coaches für sein Team zu finden, darunter etwa John Rauch, John Madden, Tom Flores oder Art Shell. Und Davis hat auch eine grosse Vorliebe für Veteranen: Immer wieder fanden Spieler, die bereits anderenorts Erfolge gefeiert hatten, am Ende ihrer Karriere ihren Weg nach Oakland, darunter beispielsweise Quarterback George Blanda, Cornerback Mike Haynes oder Wide Receiver Jerry Rice.

Davis – der von einem Journalisten einmal als «Enfant terrible» der NFL bezeichnet wurde – machte auch neben dem Spielfeld Schlagzeilen: 1982 zog er mit seinem Team von Oakland nach Los Angeles, wo die Los Angeles Raiders dann während 13 Jahren im dortigen Coliseum spielten. Nachdem Pläne für ein neues Stadion in Hollywood bzw. für einen Umzug nach Baltimore gescheitert waren, kehrte Davis mit den Raiders 1995 wieder nach Oakland zurück. Danach lag er über viele Jahre mit der NFL im Streit und führte diverse Prozesse gegen die Liga, welcher er vorwarf, den Stadionneubau hintertrieben und ihn so aus Los Angeles vertrieben zu haben. 2002 entschied aber ein Gericht, dass Davis nicht mehr im Besitz der Rechte für ein Team in Los Angeles sei.

Ob in Oakland oder in Los Angeles, die Raiders spielten auch in den 1980er und 1990er Jahren in der Regel ganz vorne mit. Rückschläge gab es allerdings auch: 1998, nach einer Saison mit 4 Siegen und 12 Niederlagen, übernahm mit Jon Gruden ein junger Head Coach das Team und führte es wieder an die Spitze der NFL zurück. 2002 wechselte Gruden allerdings zu den Tampa Bay Buccaneers und besiegte sein altes Team in der Super Bowl XXXVII. Danach brachen für die Raiders-Fans – die als die fanatischsten der Liga gelten – wieder harte Zeiten an: Viele Head Coach-Wechsel und zahlreiche Änderungen im Kader verhinderten Stabilität und damit den Erfolg.

Die Stadion-Situation blieb für das Team aber auch in Oakland stets schwierig. Und so sah sich Mike Davis, der Sohn und Erbe des 2011 verstorbenen Al Davis, immer wieder nach einer neuen Heimat um. Nachdem ein Umzug zurück nach Los Angeles scheiterte, tat er sich schliesslich mit der University of Nevada at Las Vegas zusammen und baute gemeinsam mit dieser ein neues Stadion in der Spielerstadt. Und 2020 wurden dann aus den Oakland Raiders offiziell die Las Vegas Raiders.

RAIDERS FACTS

Mitglied der AFL:
30. Januar 1960
1960-1981 Oakland Raiders
1982-1994 Los Angeles Raiders
1995-2019 Oakland Raiders
seit 2020 Las Vegas Raiders

Erste Saison:
1960

Super Bowl-Sieger:
XI, XV, XVIII

Super Bowl-Verlierer:
II, XXXVII

AFL/AFC-Meister:
1967, 1976, 1980, 1983, 2002

AFL/AFC-Vizemeister:
1968, 1969, 1970, 1973, 1974, 1975, 1977, 1990, 2000

Divisions-Meister:
1967, 1968*, 1969, 1970, 1972, 1973, 1974, 1975, 1976, 1983, 1985, 1990, 2000, 2001, 2002
*gemeinsam mit den Kansas City Chiefs

Hall of Fame-Mitglieder:
Marcus Allen
Fred Biletnikoff
George Blanda
Tim Brown
Willie Brown
Dave Casper
Al Davis (Coach, Besitzer)
Tom Flores (Coach)
Ray Guy
Mike Haynes
Ted Hendricks
Howie Long
John Madden (Coach)
Jim Otto
Art Shell (Spieler, Coach)
Ken Stabler
Gene Upshaw
Charles Woodson

Art Shell, Tackle, 1968-1982
Art Shell, Tackle, 1968-1982
Ray Guy, Punter, 1973-1986
Ray Guy, Punter, 1973-1986
Tim Brown, Wide Receiver, 1988-2003
Tim Brown, Wide Receiver, 1988-2003
von Stefan Feldmann - 
Montag, 8. Februar 2021